Ein jährlicher Sommer-Workshop in einem real existierenden wilden Garten führte im Jahr 2017 zur Gründung unserer Künstlergruppe
Die Künstlergruppe „Wilder Garten“ trifft sich unter anderem einmal im Jahr in einem selbst organisierten Sommer-Workshop im wunderschönen wilden Garten von Claudia und Lothar Marquard

Der Dortmunder Lokalkompass veröffentlichte im Februar 2026 folgenden Text zu unserer Vernissage in der Bürgergalerie:







Austellung in der Dortmunder Bürgergalerie
Ausstellungsbesprechung
von Webseiten-Kurator Walter E. Goldhahn
Die Künstlergruppe „Wilder Garten“ eröffnete am Samstag, den 21. Februar 2026, ihre Ausstellung in der Dortmunder Bürgergalerie – einem Ort, der selbst Geschichte atmet: im ehemaligen Hotel „Römischer Kaiser“, heute Teil des Mercure Hotel Dortmund Centrum. Schon dieser architektonische Rahmen verlieh der Veranstaltung eine besondere kulturelle Tiefenschärfe.
Pünktlich um 16:00 Uhr empfingen der zuständige Galerist Günther Ziethoff gemeinsam mit der Künstlergruppe die über fünfzig Gäste mit Sekt, Orangensaft und Mineralwasser. Der einladende Auftakt war mehr als eine formale Geste; er schuf eine niederschwellige, offene Atmosphäre, in der sich Gespräche organisch entwickeln konnten. Kunst braucht Resonanzräume – und dieser entstand hier von Beginn an.
Günther Ziethoff begrüßte die Gäste in seiner Eröffnungsansprache mit kenntnisreichen und zugleich persönlichen Worten. Dabei stellte er die vier Positionen der Gruppe differenziert vor und betonte ihre individuellen Herangehensweisen: Rolf Ellmer, Kurt Berlo und Hartmut Thom – allesamt der Malerei verpflichtet – sowie Udo Müller, der mit futuristischen Lichtobjekten einen medialen Kontrapunkt setzte.
Gerade diese kuratorisch klug inszenierte Gegenüberstellung von Malerei und Lichtkunst erwies sich nach Einschätzung von Günther Ziethoff als besonderer Reiz der Ausstellung, die bis zum 05. März 2026 besucht werden konnte. Der Eintritt in die Bürgergalerie war kostenlos. Zu den ausgestellten Kunstwerken im Einzelnen: Ellmers Arbeiten zeichneten sich durch eine sensible Balance zwischen Struktur und Intuition aus; seine Farbsetzungen wirkten durchdacht, ohne kalkuliert zu erscheinen. Berlo hingegen näherte sich dem Bildraum mit einer gestischen Vehemenz, die an expressive Traditionen erinnerte, jedoch nie ins bloß Zitathafte kippte. Thom verband figurative Anklänge mit abstrahierenden Tendenzen und erzeugte so eine poetische Schwebe zwischen Erkennbarkeit und Auflösung.
Dem gegenüber standen Müllers Lichtobjekte, die mit ihrer futuristischen Ästhetik den Raum nicht nur beleuchteten, sondern transformierten. Licht wurde hier zum plastischen Material, das Wahrnehmung verschob und neue Erfahrungsdimensionen eröffnete. In der Zusammenschau entstand ein spannungsreiches Gefüge aus Abstraktion und Figuration, aus Fläche und Raum, aus Farbe und Lumineszenz.
Zum Schaffen der Künstlergruppe „Wilder Garten“ lässt sich resümieren: In der freien Kunstszene hat sich hier jenseits des etablierten Vereins- und Kunstgeschehens eine Gruppe formiert, deren erste Werkschau in allen Belangen aufhorchen lässt. Es zeigt sich, dass trotz eines bisherigen Nischen-Daseins eine kreative Independent-Kunst – fernab der kommerziellen Mechanismen des heutigen Kunstmarktes – beachtliche Werke präsentieren kann. Für einen unkonventionellen Konzeptansatz steht auch die von Günther Ziethoff betriebene Bürgergalerie. Ziethoff bietet auch der noch unbekannten Kunst einen realen Möglichkeitsraum, sich darstellen zu können. Diesen Künstlern ein angemessenes Forum zu bieten, ist aller Ehren wert. Deshalb kann Günther Ziethoff nicht oft genug gedankt werden, weil er den Mut und die Entschlossenheit besitzt, mit seiner Bürgergalerie auch völlig unbekannten Künstlern eine Chance einzuräumen.
Dass vor diesem Hintergrund die Gäste gleichermaßen angetan wie erstaunt über die Vielfalt und künstlerische Qualität der gezeigten Werke waren, verwundert nicht. Schnell entwickelte sich ein reger Gedankenaustausch zwischen Publikum und Künstlern. Man diskutierte über Motivik, über die Aussagekraft einzelner Arbeiten, über gesellschaftliche Bezüge und persönliche Lesarten. Genau hier offenbarte sich die eigentliche Qualität dieser Vernissage: Sie war kein konsumierbares Ereignis, sondern ein lebendiger Diskursraum.
Die musikalische Begleitung durch den Dortmunder Musiker Andreas Rose auf der Handpan erwies sich als sensibel gewähltes Element. Seine improvisierten Klangflächen schufen eine schwebende, beinahe meditative Atmosphäre, ohne die visuelle Wahrnehmung zu dominieren. Vielmehr verband sich Klang mit Bild zu einem synästhetischen Erlebnis, das Geist und Sinne gleichermaßen ansprach.
Abstrakte wie figurative Motive beflügelten bei manchem Gast spürbar Geist und Seele. Eine inspirierende, von Offenheit geprägte Stimmung erfüllte den Ausstellungsraum. Wieder einmal zeigte sich, dass bildende Kunst Menschen zusammenbringt und Kommunikation auf einer Ebene ermöglicht, die jenseits rein funktionaler Verständigung liegt.
Gerade in Zeiten multipler gesellschaftlicher Krisen gewinnt eine solche Erfahrung besonderes Gewicht. Kunst kann keine politischen oder ökonomischen Probleme lösen – wohl aber Räume der Reflexion, der Hoffnung und der Zuversicht eröffnen. In diesem Sinne bestätigte sich an diesem Nachmittag einmal mehr der ebenso schöne wie zutreffende Satz von Gerhard Richter: „Kunst ist die höchste Form der Hoffnung.“
Die Veranstaltung war – darin waren sich Künstler wie Gäste schnell einig – gelungen. Sie war mehr als eine Ausstellungseröffnung: Sie war ein kulturelles Bekenntnis zur Kraft der Kunst als verbindendes, sinnstiftendes Moment unserer Gesellschaft.
Ausstellung im Pflanzenschauhaus des Botanischen Gartens Rombergpark
Ausstellungsbesprechung von Webseiten-Kurator
Walter E. Goldhahn
Dortmund: Vom 23. Mai bis 7. Juni 2026 verwandelte die Künstlergruppe Wilder Garten das Pflanzenschauhaus des Botanischen Gartens Rombergpark in eine Galerie der besonderen Art; im rechten Trakt des Café Orchidee (offizielle Bezeichnung „Tasmanienhaus“) stellte die Gruppe parkbezogene Bilder aus — an einem Ort, an dem nicht nur Palmenblätter rauschen, sondern auch Farben, Formen und Fantasien miteinander ins Gespräch kommen.
Es gibt Orte, die sind einfach mehr als ein Park. Der Rombergpark ist für viele Menschen aus Dortmund und weit darüber hinaus ein grünes Gedicht, ein botanischer Sehnsuchtsort — manche behaupten sogar mit leuchtenden Augen, es sei der schönste Park Deutschlands. Und wissen Sie was? Wenn man an einem Frühlingsmorgen durch seine Alleen streift, den Duft feuchter Erde einatmet und dem Konzert der Amseln lauscht, dann fällt es schwer, zu widersprechen.
Bei der Ausstellung der Künstlergruppe „Wilder Garten“ geschah etwas Wunderbares: Die Natur verließ gleichsam ihre Beete und Baumkronen und wanderte auf Leinwände. Die Künstlergruppe „Wilder Garten“ eröffnete uns einen Dialog zwischen Natur und Kunst — einen Dialog, der mal leise flüsterte, mal farbenfroh jubilierend auftrat und uns zeigte, dass ein Pinsel manchmal genauso blühen kann wie ein Rhododendron im Mai. Die Künstler
Fritz Angerstein,
Kurt Berlo,
Rolf Ellmer,
Udo Müller
und Hartmut Thom
haben Bilder geschaffen, die Motive aus dem Dortmunder Rombergpark aufgreifen.
Ihre Werke — überwiegend Acryl auf Leinwand — brauchen eigentlich keine langen kunsthistorischen Verrenkungen. Diese Bilder sprechen für sich. Sie erzählen von Licht und Schatten, von stillen Wegen, wilden Blüten, spiegelnden Wasserflächen und vom Zauber jenes Augenblicks, in dem die Natur plötzlich unser Herz berührt. Hinter jedem Bild stehen nicht nur Farbe und Leinwand, sondern Geduld, Hingabe, ein wacher Blick — und vermutlich auch die ein oder andere verzweifelte Suche nach dem richtigen Grünton. Denn nichts ist anspruchsvoller als die Natur selbst.
Doch genau darin lag die Schönheit dieser Ausstellung: Sie erinnerte uns daran, dass Kunst und Gartenbau heimliche Verwandte sind. Beides verlangt Aufmerksamkeit, Leidenschaft und die Hoffnung, dass etwas wächst, das andere Menschen berührt. Konnten doch diese Bilder nicht nur die Wände dieses Tropenhauses schmücken, sondern auch ein wenig den Frühling im Inneren der Herzen erblühen lassen.


Acrylbilder im wilden Garten
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