Galerie

Ähnlich wie bei einer Petersburger Hängung werden hier in einer kleinen
Panoramaschau sehr unterschiedliche Motive zusammengeführt.

Werke mit kritischen
Betrachtungen zum
Zeitgeschehen

Meine Welt der Malerei thematisiert auch Fehlentwicklungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

Anti-Atomkraft-Bewegung in Westdeutschland
Acryl auf Leinwand, 40×50 cm
Das Bild (das Hauptmotiv nach einem Pressefoto von Björn Kietzmann) zeigt ein Mahnmahl, das genau in dieser Ausführung auf einem Acker im Wendland aus Protest gegen das ehemals geplante Atomendlager in Gorleben errichtet wurde. Das im Hintergrund sichtbare Atomkraftwerk befindet sich nicht wirklich dort, sondern soll das Gefahrenpotenzial insgesamt verkörpern.

Anti-Atomkraft-Bewegung in Westdeutschland
Was heute kaum noch vorstellbar ist, die ursprünglichen Atomkraft-Ausbauziele der Bundesregierung sahen in den 1970er Jahren noch so aus: In Westdeutschland sollten 45 bis 50 große Atomkraftwerke gebaut werden.
Aber mit der Bauplatzbesetzung im badischen Wyhl von Februar bis Oktober 1975 begann eine breite bundesdeutsche Anti-Atomkraft-Bewegung. Die Besetzung erfuhr ein massives Medienecho und wurde zum Vorbild für weitere Besetzungen und Besetzungsversuche in Deutschland und der Schweiz, sogar in den USA. Ende der 1970er Jahre gab es in allen deutschen Großstädten sowie in vielen kleineren Städten und Gemeinden Anti-AKW-Gruppen und/oder Bürgerinitiativen gegen Atomkraft. Die Anti-AKW-Bewegung entwickelte sich zu einer der einflussreichsten sozialen Bewegungen in der Bundesrepublik.
Das bereits 1971 im Selbstverlag herausgegebene Buch „Friedlich in die Katastrophe“ von Holger Strohm, war seinerzeit Pflichtlektüre für Atomkraft-Gegner und wurde zum Verkaufsschlager. Ein weiterer geistiger Wegbereiter und engagierter Unterstützer der Anti-Atomkraft-Bewegung war der Publizist und Zukunftsforscher Robert Jungk (1913 – 1994), der heute leider fast in Vergessenheit geraten ist. In den 1970er Jahren standen viele seiner Atomkraft-kritischen Bücher (z.B. „Griff nach dem Atom“ und „Der Atomstaat. Vom Fortschritt in die Unmenschlichkeit“) auf den Bestsellerlisten und förderten damit den atomkritischen Diskurs in Westdeutschland. Für die Zeitschrift „Bild der Wissenschaft“ schrieb er von 1972 bis 1985 regelmäßig Kolumnen und Jungk war oft Gast in Rundfunk- und Fernsehsendungen, in denen er seine Atomkraft-kritischen Einwendungen mit großer Entschlossenheit und Überzeugungskraft vertrat.
Dann erschütterten in den Jahren 1986 und 2011 die Nuklearkatastrophen von Tschernobyl und Fukushima die ganze Welt. Dadurch bekamen die Befürworter des Atomausstiegs in Deutschland breiten Zuspruch in Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Politik. So kam es schließlich zum politischen Beschluss, alle deutschen Atomkraftwerke stillzulegen. Am 15. April 2023 wurden die letzten drei Atomkraftwerke in Deutschland abgeschaltet. Letztlich konnten also auch die alten Kämpferinnen und Kämpfer aus Wyhl sowie die gesamte Anti-AKW-Bewegung aufatmen.

Wahnsinn unter Tage
Acryl auf Leinwand, 40×50 cm

Widerstand gegen „Stuttgart 21“
Der Plan der Deutschen Bahn in den 1990er Jahren sah so aus: Mit einer zunächst veranschlagten Investitionssumme von 4,5 Milliarden Euro sollte der Stuttgarter Hauptbahnhof von einem oberirdischen Kopfbahnhof zum unterirdischen Durchgangsbahnhof umgebaut und an die Neubaustrecke Stuttgart–Wendlingen angeschlossen werden.
Gegen „Stuttgart 21“ gingen im September 2010 in der Stuttgarter Innenstadt wiederholt Zehntausende auf die Straße. Dadurch erlangte die Protestbewegung bundesweite Aufmerksamkeit. Unvergessen bleibt dabei der gewalttätige Polizeieinsatz am 30. September 2010 im Schlossgarten, bei dem mehr als 100 friedliche Demonstranten verletzt wurden.
Der Protest wird von einer Vielzahl von Bürgerinitiativen, Verbänden, Vereinen, Parteien, Ortsgruppen, Interessengruppen und unabhängigen Gruppen organisiert, gestaltet und unterstützt.
Die Hauptkritikpunkte der Umbaugegner lauten: fehlende demokratische Legitimation und Bürgerbeteiligung, Sicherheitsmängel und erschwerter Zugang für die Reisenden, hohe Kosten und fehlende Wirtschaftlichkeit, Gefährdung der Mineralwasservorkommen, geringere Leistungsfähigkeit des neuen Hauptbahnhofs, der Denkmalschutz und planerische Mängel.
Zur Befriedung des Konflikts führte die grün-rote Landesregierung am 27. November 2011 die Volksabstimmung zu Stuttgart 21 durch. Trotz eines knappen Votums für den Weiterbau hält der Protest im Großraum Stuttgart bis heute an. Inzwischen wird befürchtet, dass der Mega-Bau mehr als zwölf Milliarden Euro verschlingen könnte.

Das Narrenschiff
Acryl auf Papier, 50×70 cm

Das Narrenschiff
Im Jahr 2015 erschütterte eine unglaubliche Nachricht die Autofahrer in der ganzen Welt: Mit dem Abgasskandal (auch Dieselgate genannt) kam heraus, dass namhafte deutsche Automobilhersteller jahrelang absichtsvoll die Abgaswerte ihrer Motoren in den Verkaufsprospekten geschönt, oder besser gesagt, gefälscht hatten. In weit über 10 Millionen Fahrzeugen von VW, Audi und Porsche wurde mithilfe einer illegalen Software ein Großteil der Abgasreinigungsanlagen weitgehend abgeschaltet. Das heißt, die Fahrzeuge stießen auf der Straße ein Vielfaches der erlaubten Werte für schädliche Stickoxide aus, während sie in den Messungen auf dem Prüfstand die gesetzlichen Vorgaben einhielten. Eine Software erkannte, wann das Auto im Labor getestet wurde und passte daraufhin die Abgasregelung dementsprechend an. Wenig später kam heraus, dass auch Mercedes und BMW in die Abgasmanipulationen verstrickt waren.
Die Staatsanwaltschaft warf den Autokonzernen unter anderem gewerbs- und bandenmäßiger Betrug mit manipulierter Software in Millionen Autos vor.

Das Narrenschiff ist inspiriert worden von einem Relief, das der Bildhauer Peter Lenk im Jahr 2018 geschaffen hat. Die unten rechts von Bord springende Angela Merkel ist in ihrer Darstellung direkt von Peter Lenks Relief übernommen worden, und zwar in seitenverkehrter Ausführung. Das hier gezeigte Narrenschiff thematisiert die abgasgetriebene Kriminalisierung der deutschen Autoindustrie, wobei das Narrenschiff im Bild mit verantwortungslosen Konzernstrategen bevölkert ist. Der von ihnen eingeschlagene Kurs ist selbst für die damalige Bundeskanzlerin nicht mehr zu ertragen und sie verlässt deshalb rechts unten das Narrenschiff mit einer entschlossenen Arschbombe.

Malerei auf Papier und Leinwand

Intuitiv entstandene Bilder beziehen Zufälle bewusst mit ein

Farben im Einklang

Beobachtungen in der Natur

Urbanes Leben

Die Stadt erwacht und
Lou Reed kommt

Licht und Schatten

Tanz der Silhouetten